Matterhorn Gotthard Bahn

 

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Die wohl schönste Theaterkulisse der Welt

Wo einige Tage zuvor noch Marathonläufer über die Wege jagten, fand heute auf Riffelberg die Uraufführung des Stücks "Matterhorn: No Ladies please!" statt.

Schauplatz ist die Freilichtbühne auf Riffelberg, wo seit Mai ein Theatergelände entstand. Für die 700 Personen fassende Tribüne und die Verpflegungsstände wurden sage und schreibe 94 Tonnen Material mit dem Zug via Visp und Zermatt auf den Berg transportiert.

Die Anfahrt mit der Gornergrat Bahn indes ist einfach und ohne grossen Zeitverlust möglich. In nur 20 Minuten gelangten wir von Zermatt bis zum Eingang des Theatergeländes am Riffelberg. Trotzdem genügend Zeit, um einem interessanten Gespräch gespannt zu lauschen: Die junge Schauspielerin, die später in die Rolle von Lina Seiler schlüpfen wird, erzählt ihrem Sitznachbarn von ihren Ängsten, den einstudierten Text zu vergessen.

Kurz vor Sonnenuntergang begaben wir uns zur Tribüne. Nun kam auch die zu Sommerbeginn gekaufte Daunenjacke ein erstes Mal zum Einsatz. Dick eingepackt und mit einer Wolldecke ausgestattet, liessen sich die Freilichtspiele auf 2'500 m ohne Schüttelfrost geniessen.
 
Die Regisseurin Livia-Anne Richard hat für die diesjährige Aufführung einen humorvollen Ansatz gewählt. Damals, als sich Lucy Walker 1871 auf den Weg auf das Matterhorn machte, war die Destination noch kaum als Touristenort bekannt. Der erste, der die touristische Anziehungskraft des Matterhorns erkannte, war Alexander Seiler. Die Unterkünfte waren zu dieser Zeit Familienbetriebe, wo die Familienmitglieder mit anpackten. Die Frauen waren in der Küche oder als Zimmermädchen im Einsatz - die Männer begleiteten die Gäste auf ihren Entdeckungstouren in der Zermatter Bergwelt.

Die wichtigste Person im Stück neben Lucy Walker ist Lina Seiler, Tochter von Alexander Seiler. Die Jugendliche war in ihrer Welt in der Küche und als Zimmermädchen regelrecht gefangen. Aufgrund ihrer Gehbehinderung wurde sie sogar vor den Gästen des Hauses versteckt oder gar verschwiegen.
Wie lange sie sich dem Willen ihres Vaters beugte und wie die Pionierin Lucy Walker ihr half, aus dieser Welt auszubrechen, erfuhren wir im Verlauf des Abends.
 
Insbesondere die Kulisse des Stücks hat mich immer wieder vom Sessel gerissen. Weder die Thuner Seespiele, noch die Tellspiele in Interlaken können meiner Ansicht nach mit dieser einmaligen Atmosphäre am Matterhorn mithalten. Weiteres Highlight war der Auftritt von Giorgio, Bediensteter der Familie Seiler, welcher mit seiner humorvollen Art für zahlreiche Lacher sorgte und das eigentlich ernste Thema Mal für Mal aufheiterte. Lina Seiler’s Ängste wurden übrigens nicht bestätigt - sie und auch die weiteren Schauspieler lieferten eine souveräne Performance ab.

Ins Stück sind auch immer wieder englischsprachige Abschnitte eingestreut. Dank der deutlichen Aussprache und den Dialogen zwischen Lucy Walker und den Einheimischen, ist das Stück aber auch für Englisch-Banausen leicht zu verstehen.

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