Matterhorn Gotthard Bahn

 

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Auf zwei Rädern in die Berge

Vom Dreirad über ein Velo mit Stützrädern bis zum ersten richtigen Bike – Linda Indergand fährt Fahrrad seit sie denken kann. Ihr erstes Rennen absolvierte sie bereits mit sechs Jahren. Heute sitzt die 26-Jährige Urnerin als Profisportlerin im Sattel.
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Evelyn Reusser
| Kundenmagazin «Höhenzug»

Was fasziniert Sie am Mountainbike-Sport?
Das Zusammenspiel zwischen dem Bike als technische Komponente und dem Menschen finde ich äusserst spannend. Nur, wer das Velo voll im Griff hat, schafft die anspruchsvollen Abfahrten im Cross Country. Ausserdem bewege ich mich sehr gerne in der Natur – mit dem Bike kann ich dies direkt vor meiner Haustüre machen und bin auf nichts angewiesen.

Sie trainieren zwischen 11 und 30 Stunden pro Woche.
Wie motivieren Sie sich dazu?

Ich habe das Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Dies verdanke ich unter anderem der Armee, die mich als Zeitmilitär Spitzensport angestellt hat sowie Swiss Cycling, der Stiftung Schweizer Sporthilfe und meinem Bike Team. Dass ich mich jeden Tag dem Biken widmen darf und die Ziele, auf die ich hinarbeite, sind mein Ansporn.

Was sind die grössten Herausforderungen beim Mountainbike-Fahren?

Das Wetter spielt eine grosse Rolle. So kann eine Strecke, die im Training immer trocken und einfach zu bewältigen war, an einem regnerischen Renntag plötzlich sehr anspruchsvoll sein. In diesem Moment ist es wichtig, die richtigen Entscheidungen zu treffen, etwa mit welchem Pneu man antritt und welche Linie man wählt.

Linie?
Es gibt die A- und B-Linie. Erstere ist meistens technisch anspruchsvoller, dafür schneller. Der Weg der B-Linie – auch «Chicken Line» genannt – ist oftmals einfacher, dauert aber länger.

Warum haben Sie sich für die Disziplin Cross Country entschieden?
Die Abwechslung zwischen kurzen Aufstiegen und technisch schwierigen Abfahrten fasziniert mich. Stundenlanges Bergauffahren, wie dies etwa beim Marathon der Fall ist, gehört eher nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung (lacht).

Was ist bei der Abfahrt besonders wichtig?
Die Beherrschung des Bikes! Auf der Strecke lauern Hindernisse wie Steine, Wurzeln, Baumstämme oder Steilwandkurven. Diese gilt es sicher und ohne Materialdefekt zu überwinden. Denn ein platter Reifen oder ein Sturz kosten wertvolle Zeit. Damit man beispielsweise das Vorderrad anheben oder einen «Bunny Hop» – ein Sprung mit beiden Rädern in der Luft – schafft, braucht es viel Training und ein gutes Gefühl für das Bike.

Verraten Sie uns Ihre Lieblingsstrecke?
Die startet in Andermatt und führt zum Oberalppass. Von da geht es weiter via Maighelspass wieder zurück nach Andermatt. Den ersten Abschnitt kann man auch weglassen und mit der Matterhorn Gotthard Bahn direkt bis zum Oberalppass fahren.

Haben Sie Tipps für Einsteiger und Hobbyfahrer?
Beim Mountainbike-Fahren ist die Balance auf dem Velo sehr wichtig. Üben Sie kleinere Tricks, bevor Sie sich bergab wagen. Versuchen Sie zum Beispiel im Stand still zu stehen oder das Vorderrad anzuheben. Der Spass sollte im Vordergrund stehen. Starten Sie also lieber mit kleineren Touren oder kehren Sie frühzeitig um. Das ist besser als eine fünfstündige Tour einzuplanen, bei der Sie am Schluss alles zu Fuss zurücklegen müssen.

Steckbrief

Name        Linda Indergand
Geboren    13. Juli 1993
Wohnort    Silenen, UR
Lehre        Kauffrau mit Berufsmatura
Beruf        Mountainbike Profi

  • Weltmeisterin (XCE) 2016
  • U23-Weltmeisterin (XCE) 2015
  • Junioren-Weltmeisterin (XC) 2011
  • Junioren-Europameisterin (XC) 2010
  • Schweizer Meisterin (Einzelzeitfahren) 2014
  • Schweizer Junioren-­Meisterin (Strasse) 2010
  • Schweizer Junioren-­Meisterin (Strasse) 2011
  • Goldmedaille Olympische Jugend-Sommerspiele (Strasse) 2010