Bruno Muoser, Bauherrenvertreter der Schmid Gruppe

Andermatt Central

Mittendrin

Andermatt wächst – und mittendrin liegt der Bahnhof. Das Projekt Andermatt Central verbindet nicht nur altes und neues Dorf, es schafft auch Wohnraum für jene, die hier leben und arbeiten. Bruno Muoser, Bauherrenvertreter der Schmid Gruppe, über eine zweite Etappe, die mehr ist als ein Gebäude.

Wer heute in Andermatt aus dem Zug steigt, steht mitten in einer Geschichte, die noch nicht fertig erzählt ist. Auf der einen Seite das historische Dorf, auf der anderen Andermatt Reuss – das neue Quartier mit Hotels, Chalets und Geschäften, das in den letzten zwanzig Jahren aus dem Boden entstanden ist. Dazwischen: der Bahnhof. Und mit ihm das Andermatt Central.

«Man muss ja nur etwas verbinden, weil es zerschnitten ist», sagt Bruno Muoser. Als Bauherrenvertreter der Schmid Gruppe hat er gemeinsam mit der Matterhorn Gotthard Bahn das Central von Anfang an begleitet – durch Planung, Bau und Betrieb. Die Herausforderung war nicht nur architektonischer Natur. Es galt, unmittelbar neben laufendem Bahnbetrieb zu bauen, im Grundwasser, unter permanenter Sicherheitsaufsicht. «Der Fahrgast hat das kaum gemerkt», sagt er. «Aber es brauchte immer vorausschauendes Denken.»

66 Prozent Erstwohnungen

Das Ergebnis überzeugt nicht nur städtebaulich. Von den 58 Mietwohnungen im Central 1 sind heute 66 Prozent als Erstwohnungen belegt – Menschen, die hier wohnen, ihre Steuern zahlen, ihren Alltag leben. «Das hat uns überrascht, im besten Sinne», sagt Muoser. Obwohl das Projekt von der Zweitwohnungsinitiative ausgenommen wäre und auch ausschliesslich Ferienwohnungen möglich gewesen wären, entschied sich die Andermatt Central AG bewusst für Mietwohnungen. Das Resultat: eine Durchmischung aus Einzelpersonen, Familien, Mitarbeitenden – und einem Drittel Feriengästen.

Central 2: 51 Wohnungen, kein Retail

Was ab Herbst 2026 entsteht, baut auf dieser Erfahrung auf. Central 2 wird 51 Wohnungen umfassen – 2,5- bis 3,5-Zimmerwohnungen – sowie rund 800 Quadratmeter Bürofläche. Ladenflächen sind bewusst keine geplant. Der Baustart ist im Herbst 2026, die Fertigstellung für Ende 2028 vorgesehen.

70 Prozent der Wohnungen müssen als Erstwohnungen vermietet werden – eine Auflage der Gemeinde, der die Central AG zugestimmt hat. «Man hat aus der ersten Etappe gelernt, dass die Nachfrage da ist», sagt Muoser. «Das war ein Kompromiss, den man eingehen konnte.»

Beheizt wird das Gebäude über die Fernwärmeversorgung Göschenen, die auf Schnitzholz aus regionaler Produktion basiert. Betrieben wird es nahezu vollständig mit erneuerbarem Strom, das Gebäude ist Minergie zertifiziert.

Eine Brücke, die wächst

Wenn das Militärgelände des VBS dereinst freigegeben wird, könnte eine dritte Etappe folgen. Erst dann, sagt Muoser, werde das Central wirklich zum vollständigen Bindeglied – wenn die Lücke zwischen alt und neu sich schliesst, Schritt für Schritt.

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