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Ungebrochene Faszination

Als die Visp-Zermatt-Bahn (VZ) am 18. Juli 1891 ihren Betrieb aufnahm, umfasste der Fuhrpark insgesamt vier Dampflokomotiven. Obwohl die damaligen Modelle bereits seit vielen Jahren ausgedient haben, stehen die massstabgetreuen Nachbauten dieses Typs bei Sammlern weiterhin hoch im Kurs. Auch bei Anton Furger, einem passionierten Modelleisenbahnsammler aus Visp.

Die Faszination Modelleisenbahn ist bis heute ungebrochen. Detailgetreu und in liebevoller Handarbeit bauen Fans auf wenigen Quadratmetern massstabgetreue Modelleisenbahnanlagen nach. Zu ihnen gehört Anton Furger, den die Sammelleidenschaft im zarten Alter von nur fünf Jahren gepackt hat. Nicht verwunderlich, war doch auch sein Vater bereits ein begeisterter Anhänger von Modelleisenbahnen und hat seinem Sohn das Hobby quasi mit in die Wiege gelegt. Inzwischen hat der ehemals in der Elektrobranche tätige Visper seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sein Modelleisenbahngeschäft in Visp feiert in diesem Jahr bereits sein 20-jähriges Bestehen.

Grenzenloses Hobby

Neben vielen Stammkunden begrüsst Furger in seinem Geschäft auch regelmässig internationale Touristen. Auf der Suche nach speziellen Reiseandenken halten sie in der Kleegärtenstrasse und interessieren sich in erster Linie für die Nachbauten von Schweizer Bahnen. Besonders hoch in der Gunst stehen derzeit vor allem die Modelle mit Bezug zur Eröffnung des Gotthard-Tunnels. Zum 125-Jahr-Jubiläum der Bahnstrecke Visp–Zermatt erwartet der passionierte Sammler jedoch auch wieder eine verstärkte Nachfrage nach Modellen der BVZ. So wie dies bereits 1991 der Fall war, als die Bahn ihr 100-Jahr-Jubiläum feierte. Mit einem Glänzen in den Augen berichtet Furger von den Feierlichkeiten vor 25 Jahren. Damals war er gleich an mehreren Tagen mit seinen Modelleisenbahnen vor Ort und denkt noch heute mit Freude an den Austausch mit den zahlreichen Besuchern zurück.

Das Krokodil auf Rädern

Fragt man den Visper nach seinem Lieblingsobjekt, muss man nicht lange auf eine Antwort warten. Denn wie für die meisten seiner Sammlerfreunde gibt es auch für Furger ein Objekt, welches ihm besonders am Herzen liegt. Für den Visper ist es das Gotthard-Krokodil-Spur-1-Modell. Der Wagenkasten dieser ab 1919 in einer Auflage von 46 Stück gebauten Lok wurde aus drei Teilen zusammengesetzt, um ihn für die engen Kurven auf steilen Strecken fahrbar zu machen. Und auch wenn die Entstehung des Spitznamens nie abschliessend geklärt wurde, dürften die Dreiteilung der Lokomotive in «Schnauze», «Körper» und «Schwanz», die grüne Farbgebung sowie die an den Gang eines Krokodils erinnernden rotierenden Bewegungen der Kuppelstangen entscheidend dazu beigetragen haben. Heute zählen die Modelle der inzwischen legendären Lok über die Grenzen der Schweiz hinaus zu den beliebtesten Sammlerobjekten. Doch auch aktuelle Fahrzeuge stossen bei den Anhängern von Modelleisenbahnen auf Begeisterung. Damit auch diese als massstabgetreue Nachbauten auf den Markt kommen, steht Furger in regelmässigem Austausch mit den Produzenten. Und freut sich, genau wie seine Kundschaft, über jedes weitere Modell, welches er seiner Sammlung hinzufügen kann. | nm

WEITERE INFORMATIONEN

Auf der Webseite von Anton Furger finden Sie u.a. einen Online-Shop und weitere Informationen zu seinem Geschäft in Visp: www.furgerantongmbh.ch