Matterhorn Gotthard Bahn

 

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Ein Duo mit Zugkraft

Seit über 30 Jahren setzt die Matterhorn Gotthard Bahn auf Stadler Rail. Der führende Hersteller von Schienenfahrzeugen aus Bussnang hat für das Walliser Verkehrsunternehmen bereits drei Innovationen entwickelt.

Einen Bahnwagen oder eine Lokomotive für den Zahnradbetrieb zu bauen, erfordert besonderes Fachwissen. Das 1942 gegründete Familienunternehmen Stadler Rail hat sich dieses akribisch angeeignet und wurde so zum wichtigsten Infrastrukturpartner der Matterhorn Gotthard Bahn. Drei Premieren aus Sicht von Stadler Rail im Überblick:

1984 Leichter pendeln

Im Oberwallis verfolgte die damalige Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) ein Projekt, um für den Gepäcktransport zwischen dem Ende der öffentlichen Strasse in Täsch und dem autofreien Kurort Zermatt eine kundenfreundliche, leistungsfähige und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung zu finden. Die Firma Stadler entwickelte den ersten Niederflurwagen in der Schweiz und stellte Wagen in enger Zusammenarbeit mit dem technischen Fachdienst der BVZ binnen zwei Jahren fertig.

1999 Noch mehr pendeln

Die damalige BVZ bestellte 1999 zwei dreiteilige Züge des Typs BDSeh 4/8. Am 19. Dezember 2002 verliess der erste der beiden das Werk der Stadler Bussnang AG. Auf Rollschemeln der SBB verladen, wurde der Zug ins Wallis überführt. Ab Anfang 2003 nahmen die beiden neuen Züge der BVZ den Dienst auf der Strecke Täsch–Zermatt auf.

Neu für einen Zahnradtriebzug waren das Panoramafenster-Abteil im mittleren Kastenteil und zeitgemässer Komfort wie z.B. eine Klimaanlage.

Die leistungsstarken Triebzüge können schneller bergwärts und talwärts verkehren und erlauben einen dichteren Takt zwischen Täsch und Zermatt.

2000 Kraftpaket auf Zahnrädern

Die BVZ bestellten im Jahre 2000 die erste Zahnrad-Adhäsions-Lokomotive HGm 2/2, welche Stadler in der Schweiz ausliefern durfte. Mit einer Funkfernsteuerung ausgestattet kann sie im Winter auch die Schneeschleuder schieben. Für den Fall eines kompletten Fahrleitungsausfalls der normalerweise mit 11 kVAC (Kilovolt Wechselspannung) betriebenen Linie könnte die Lokomotive auch einen Fahrgast-Notbetrieb mit Personenwagen aufrechterhalten. Sie befördert auf der 125 ‰ steilen Strecke maximal 50 Tonnen Anhängelast. Die Bremsausrüstung entspricht den Schweizer Vorschriften für Zahnradbahn